Muss Zivilgesellschaft politisch neutral sein? Oder braucht eine lebendige Demokratie Vereine, Initiativen und engagierte Menschen, die gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitgestalten und Position beziehen?
Welche Rolle zivilgesellschaftliche Organisationen für demokratische Beteiligung spielen und wo die Grenzen zwischen gesellschaftlichem Engagement und Parteipolitik verlaufen, steht im Mittelpunkt einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung in Kooperation mit der Berliner Landeszentrale für politische Bildung am 5. November 2026 in Berlin.
Die Veranstaltung ist Teil der vom difgl initiierten Reihe „BERLIN x LONDON im Dialog: Urban Voices on Democracy“, die wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Perspektiven und praktische Erfahrungen aus Deutschland und Großbritannien zusammenbringt.
Interessierte aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung sowie alle, die sich für demokratische Beteiligung engagieren, sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren.
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Zivilgesellschaft zwischen politischer Neutralität und demokratischer Verantwortung
Zivilgesellschaft ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Vereine, Initiativen und freiwillig Engagierte schaffen Räume für Beteiligung, vertreten gesellschaftliche Interessen und ermöglichen Menschen, ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten.
Gleichzeitig wird die politische Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen zunehmend diskutiert. Welche Formen politischer Positionierung sind mit ihrem gesellschaftlichen Auftrag vereinbar? Wie unterscheiden sich demokratisches Engagement und parteipolitische Interessenvertretung? Und welche Rahmenbedingungen fördern eine unabhängige, vielfältige und handlungsfähige Zivilgesellschaft?
Diese Fragen betreffen nicht nur einzelne Organisationen. Sie berühren grundlegende Aspekte demokratischer Teilhabe, politischer Mitgestaltung und des Verhältnisses zwischen Staat und Gesellschaft.
Wie demokratische Beteiligung gestärkt werden kann und welche Rolle zivilgesellschaftliche Akteure dabei übernehmen, diskutieren wir mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Wissenschaft trifft Praxis: Drei Perspektiven auf demokratische Beteiligung
Dr. Jurgen Grotz | University of East Anglia, Großbritannien
Dr. Jurgen Grotz leitet das Institute for Volunteering Research an der University of East Anglia. Seit über 20 Jahren forscht er zu freiwilligem Engagement, gesellschaftlichem Zusammenhalt und demokratischer Beteiligung. Seine Forschung bietet wichtige Anknüpfungspunkte für die Frage, welchen Beitrag freiwilliges Engagement zur demokratischen Entwicklung leisten kann.
Prof. Dr. Hans-Liudger Dienel | Technische Universität Berlin und nexus Institut
Prof. Dr. Hans-Liudger Dienel lehrt und forscht zu Technik und Partizipation an der Technischen Universität Berlin und ist wissenschaftlicher Leiter des nexus Instituts. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen Bürgerbeteiligung und die Einbindung gesellschaftlicher Perspektiven in politische und öffentliche Entscheidungsprozesse.
Amei von Hülsen-Poensgen | Interkulturanstalten Westend e. V.
Amei von Hülsen-Poensgen ist Juristin und Mitbegründerin der Interkulturanstalten Westend e. V. mit dem interkulturellen Begegnungsort Ulme35. Für ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe und Nachbarschaftsarbeit wurde sie 2018 mit der Bürgermedaille von Charlottenburg-Wilmersdorf ausgezeichnet. Sie bringt Erfahrungen aus der zivilgesellschaftlichen Praxis und der Gestaltung lokaler Beteiligungsräume in die Diskussion ein.
Moderation: Dr. Robert Keeling | Deutsches Institut für Gutes Leben (difgl)
Dr. Robert Keeling begleitet für das difgl den deutsch-britischen Austausch zu Fragen demokratischer Entwicklung und gesellschaftlicher Beteiligung.
Demokratische Partizipation im internationalen Vergleich
Wie Menschen an gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsprozessen beteiligt werden, hängt auch von institutionellen, rechtlichen und kulturellen Rahmenbedingungen ab.
Berlin und London bieten unterschiedliche Voraussetzungen für zivilgesellschaftliches Engagement. Der Vergleich eröffnet die Möglichkeit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar zu machen und neue Perspektiven auf die Gestaltung demokratischer Beteiligung zu gewinnen.
Mit der Reihe „BERLIN x LONDON im Dialog: Urban Voices on Democracy“ schafft das difgl einen internationalen Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen miteinander zu verbinden, unterschiedliche Ansätze demokratischer Beteiligung zu diskutieren und Impulse für die Weiterentwicklung partizipativer Prozesse in urbanen Gesellschaften zu geben.
Die Veranstaltung zur politischen Rolle der Zivilgesellschaft setzt diesen Dialog fort und richtet den Blick auf eine zentrale Frage: Welche Voraussetzungen braucht eine Demokratie, damit Menschen sich wirksam, unabhängig und verantwortungsvoll einbringen können?
Diskutieren Sie mit uns!
Wie viel politische Haltung braucht Zivilgesellschaft? Welche Grenzen sind notwendig? Und was können Deutschland und Großbritannien voneinander lernen?
Wir freuen uns auf eine offene Diskussion, unterschiedliche Perspektiven und den Austausch mit allen, die sich für die Zukunft demokratischer Beteiligung interessieren.
Termin: Donnerstag, 5. November 2026
Ort: Berlin
Anmeldung: Jetzt anmelden und mitdiskutieren
Über die Veranstaltungsreihe
„BERLIN x LONDON im Dialog: Urban Voices on Democracy“ ist eine Veranstaltungsreihe des Deutschen Instituts für Gutes Leben (difgl), die Fragen urbaner Demokratie, gesellschaftlicher Teilhabe und politischer Beteiligung im deutsch-britischen Austausch beleuchtet.
Die Reihe findet in Kooperation mit der Berliner Landeszentrale für politische Bildung statt und wird von der Berliner Senatskanzlei im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin–London gefördert.
